Wir waren eigentlich Vier
und sind doch nur Drei,
denn es fehlt Einer und
dennoch, fehlt Keiner,
denn DU bist immer dabei.

Hi Domi,

wieder musste ich ein Jahr ohne Dich weiterleben und immer noch schmerzt mich Dein Verlust noch sehr.

Oft gehen mir die Gedanken durch den Kopf:

Wie weit Du inzwischen mit Deinem Studium wärst.
Wie hättest Du weiter gemacht.
Hättest Du inzwischen vielleicht eine Freundin und
wie würde diese wohl aussehen.
Kämmst Du noch Heim zum Wäsche waschen oder
hättest Du Dich für eine andere Lösung entschieden.
Waschmaschine kaufen oder vielleicht einen Waschsalon aufsuchen.

Das hört sich zwar alles ziemlich banal an aber besteht unser Leben nicht genau aus solchen banalen Fragen.

Zukunftsfragen auf die ich keine Antwort mehr bekomme und ich mich oft Frage wie wäre unser Leben wohl ohne Deinen so schmerzlichen Verlust weitergegangen.

Oder auch wie geht unser Leben ohne Dich nun weiter. Ich verbringe meine Tage immer noch auf der Überhohlspur. Bloß nicht zu viel und lange ruhige Stunden, denn die sind gesonders quälend. Viel zu viel Zeit über alles nach zu denken.

Was geschah,
wie sich bestimmte Leute uns gegenüber verhalten haben und
die noch immer so quälende Frage

WARUM nur WARUM

musstest du nur so früh gehen. Jetzt wo doch alles so gut lief. Ich mir keine Sorgen mehr um Dich machen musste und ich mir sicher war, dass Du trotz aller gesundheitlichen Einschränkungen Dein Leben fest im Griff hattest und du wusstes was Du willst.

Vieles in meinem Leben hat an Bedeutung verloren und oft lache ich ob wohl mir eigentlich zum heulen zumute ist. In mir herrscht noch immer das blanke Chaos und oft weiß ich nicht wie es weitergehen soll.

Weißt Du noch wie oft ich doch gesagt habe nach dem Tod gibt es nichts mehr und ich wahr froh um diese Gedanken, dass danach nichts mehr kommt und alle Sorgen und Nöte ein Ende haben werden. Aber seit Du nicht mehr bei mir bist, fange ich damit an, mich mit dem Leben nach dem Tod zu beschäftigen. Ich hoffe ich werde Dich eines Tages wieder sehen und eines Sage ich Dir ganz klar, wenn es bei mir soweit ist möchte ich, dass Du der aller Erste in der Reihe bist, der mir
H A L L O sagt und mich in den Arm nimmt und mich erstmal ganz tolle drückt. Versprochen??????????????????????????

Dein Bruder ist ja seit August nach Gießen gezogen. Kommt alle 14 Tage heim. Da wo er nun wohnt kann er keine Waschmaschine aufstellen und so kann ich wenigstens ihn noch ab und zu mal in den Arm nehmen auch, wenn er inzwischen doch ganz schön lang ist und ich mich nach ihm strecken muss oder er sich zu mir herunterbücken muss.

Ja da haben sich doch inzwischen die Größenverhältnisse ganz schön zu seinen Gunsten geändert.

Inzwischen hat mich Torsten dazu überredet doch beim Klavierspielen den Text mitzusingen. Endlich kann ich nun auch Lieder mit Text spielen und singen und dadurch finden meine Gedanken über den Verlust ab und zu nun auch in der Musik ihren Ausdruck.

Ich hoffe Du kannst mich hören und meine Stimme gefällt Dir inzwischen etwas besser als früher.