Die beiden Lieder TEARS IN HAVEN und I´LL BE MISSING YOU wurden für Dominik bei der Trauerfeier gespielt. I´ll be missing you ist als Hintergrundmusik auf seiner Gedenkseite zu hören.

Tears in Haven

Eric Clapton

Englisch

TEARS IN HEAVEN (by Eric Clapton and Will Jennings)
Would you know my name if I saw you in heaven?
Would it be the same if I saw you in heaven?
I must be strong and carry on,
‘Cause I know I don’t belong here in heaven.
Would you hold my hand if I saw you in heaven?
Would you help me stand if I saw you in heaven?
I’ll find my way through night and day,
‘Cause I know I just can’t stay here in heaven.
Time can bring you down, time can bend your knees.
Time can break your heart, have you begging please, begging please?
(Instrumental / Gitarre)
(Instrumental / Gitarre)
Beyond the door there’s peace I’m sure,
And I know there’ll be no more tears in heaven.
Would you know my name if I saw you in heaven?
Would it be the same if I saw you in heaven?
I must be strong and carry on,
‘Cause I know I don’t belong here in heaven.

Deutsch

Tränen im Himmel
Wirst du noch meinen Namen wissen, wenn ich dich im Himmel sehe?
Wird es dasselbe sein wie hier, wenn ich dich im Himmel sehe?
Ich muss tapfer sein und weitermachen,
denn ich weiß: Hier gehöre ich nicht zum Himmel.
Wirst du meine Hand halten, wenn ich dich im Himmel wiedersehe?
Wirst du mir aufhelfen, wenn ich dich im Himmel wiedersehe?
Ich werde meinen Weg finden durch Nacht und Tag hindurch,
denn ich weiß: Hier kann ich nicht im Himmel sein.
Die Umstände können dich runterziehen.
Sie können dich in die Knie zwingen.
Die Zeit kann dein Herz brechen.
Hast du gebettelt, bitte?
Hinter der Tür, da ist Frieden, da bin ich ganz sicher.
Und ich weiß: Da werden keine Tränen mehr sein – im Himmel.

Hintergrundinformation zu diesem Lied

Am 20.3.1991 verunglückte Eric Claptons 5-jähriger Sohn Conor tödlich, als er aus dem Appartment eines New Yorker Hochhauses stürzte. Clapton gab seiner Trauer Ausdruck in dem Song “Tears in heaven”, den er 1992 auf seinem mit 6 Grammies prämierten Live-Album “Unplugged” veröffentlichte.

Die Sehnsucht, bei seinem Sohn zu sein, lässt Eric Clapton zeitweise nicht mehr wissen, ob er im Himmel ist oder auf Erden. Er muss hier weiterleben, hier, wo noch nicht Himmel ist. Clapton stellt Fragen, die viele Trauernde bewegen: Wie ist das mit der menschlichen Identität der Personen im Himmel? Wird die Liebe der Menschen dort noch eine Rolle spielen? Was ist mit den Träumen des Lebens, mit dem Händchenhalten, mit der Freude darauf, im Alter jemanden zu haben, der mir aufgeholfen hätte? Die Popularität dieses Songs hängt mit dieser seiner emotionalen Logik zusammen. Der Song trägt den Titel “Tränen im Himmel”, obwohl die Zeile, aus der der Song seinen Titel bezieht, das Gegenteil weiß, nämlich dass im Himmel keine Tränen mehr sein werden. Im Himmel sind die Tränen gut aufgehoben. Die Sprache der Trauer führt in den Himmel, ohne ihre Erdung zu verlieren.

“Tears in Heaven” besingt die Trauer um den plötzlichen Tod eines Kindes, um den tragischen Tod eines Hoffnungsträgers, um das gefräßige Loch, das entsteht, wenn ein geliebter Mensch aus dem Leben gerissen wird. Dieser Song verleiht dem stummen Entsetzen eine glaubwürdige Sprache, die den Protest und die Klage, das Unfassbare und die Fragen sehr ruhig, fast still vorträgt und so Trost spendet.

Tears in heaven -Predigt am Totensonntag 2001 zu einem Lied von Eric Clapton
Would you know my name if I saw you in Heaven?Would you feel the same if I saw you in Heaven?I must be strong and carry on,‘Cause I know I don’t belong here in Heaven…..Would you hold my hand if I saw you in Heaven?Would you help me stand if I saw you in Heaven?I’ll find my way, through night and day,‘Cause I know I just can’t stay here in Heaven…Time can bring you down, time can bend your knees.Time can break your heart, have you begging …please…Beyond the door, there’s peace I’m sure.And I know there’ll be no more tears in Heaven ……. Würdest Du meinen Namen kennen, wenn ich dich im Himmel sähe? Würde es wie früher sein, wenn ich dich im Himmel sähe?Ich muss stark sein und weiter machen, weil ich weiß, ich gehöre noch nicht in den Himmel.Würdest Du meine Hand halten, wenn ich dich im Himmel sähe? Würdest Du mir helfen zu stehen, wenn ich dich im Himmel sähe?Ich muss meinen Weg finden zwischen Tag und Nacht, weil ich weiß, ich kann hier im Himmel nicht bleiben.Die Zeit kann dich fertig machen, die Zeit kann dich einsam machen. Die Zeit kann dein Herz brechen, lässt dich bitten und betteln.Hinter der Tür ist Frieden, da bin ich sicher, und ich weiß, es wird keine Tränen im Himmel geben.

Liebe Gemeinde!Am letzten Sonntag eines jeden Kirchenjahres gedenken wir Evangelische unserer Verstorbenen. Wir gehen auf den Friedhof zu den Gräbern derer, die vor uns waren und vor uns gingen. In unseren Kirchen lesen und hören wir noch einmal die Namen der Menschen, die aus unserer Gemeinde im letzten Jahr verstorben.Viele von Ihnen waren im zu Ende gehenden Kirchenjahr hier im Gemeindehaus, weil jemand von ihnen gegangen ist:Mann oder Frau, Opa oder Oma, Sohn oder Tochter, Onkel oder Tante, Bruder oder Schwester, Freundin oder Freund, Kollegin oder Kollege, Nachbarin oder Nachbar.Mit vielen von Ihnen stand ich am Grab, sah Ihren Schmerz, fühlte ihn ein Stück mit. Wir hielten hier Gottesdienst, fragten uns, was bleibt, nannten Gott unsere Zweifel und unsere Trauer, baten um Hilfe und Beistand, übergaben den Verstorbenen oder die Verstorbene in Gottes Hand. Wir hörten von der Hoffnung der Christen auf das ewige Leben und die Auferstehung der Toten. Wir dachten an den Weg der Trauer, der vor Ihnen lag und auf den Sie inzwischen ein mehr oder weniger großes Stück gegangen und hoffentlich auch vorangekommen sind.Heute sammeln wir all das noch einmal, denken noch einmal nach über den Weg der Trauer. Dazu kann uns ein wunderbares Lied von Eric Clapton helfen.Eric Clapton – bekannt seit den sechziger Jahren als genialer Gitarrist, in den siebziger Jahren durch ein tiefes Tal durch Alkoholismus und Drogenmissbrauch gegangen, in den letzten Jahren erneut groß herausgekommen. Eric Clapton verliert eines Tags seinen fünfjährigen Sohn, als dieser aus dem Fenster eines Hochhauses stürzt und sofort tot ist. Jahre später schreibt er dieses Lied “Tears in Heaven”. Eigentlich ein Brief eines noch Lebenden an einen schon Toten. Ein Stück Trauerarbeit.

Lied spielen

Claptons Gedanken kreisen in diesem Lied um den Verstorbenen. Er stellt sich vor Augen, was sie im Leben verbunden hat, macht sich klar, was er verloren hat. Trauerarbeit braucht Zeit, jeder und jede braucht seine bzw. ihre Zeit, muss den eigenen Weg durch dieses Tal finden. Claptons Worte machen Mut, über die eigene Trauer, aber auch über die eigene Hoffnung nachzudenken, sie in eigene Worte zu fassen.Er beschriebt ein Ineinander und Miteinander von Diesseits und Jenseits, von hier und dort, von Himmel und Erde. Die Vorstellung, wie es sein würde, wenn sie sich wiedersehen würden, hilft ihm, seine Trauer in Worte zu fassen: Wäre es wie früher? Würdest du mich kennen, wenn ich dich dort sehen würde? Würdest du meine Hand halten? Eric Clapton greift dabei viele Bilder auf, die wir aus der Bibel kennen: dort wird es keine Tränen mehr geben, das Halten der Hand, das Kennen des Namens, die Tür zum Himmel. Zugleich macht er sich mit drastischen Worten klar, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist, sein Platz noch nicht im Himmel, sondern noch auf Erden ist, er spricht davon stark sein zu müssen und hier den Weg zwischen Nacht und Tag finden zu müssen. Vielleicht spricht er dem einen oder der anderen mit seinen Worten aus der Seele. Oder entführt Ihre Gedanken mit dem Klang seiner Gitarre fort zu eigenen Bildern und Worten. Er lädt ein, sich mit dem Tod eines nahen Menschen und mit dem eigenen Sterben zu beschäftigen. Er lädt ein, mir darüber klar zu werden, wo mein Platz ist und was in diesem Leben zählt. Dabei lässt er sich inspirieren von den Bildern und der Hoffnung der Bibel, von den Worten des Propheten Jesajas genauso wie von den Visionen des Johannes aus dem letzten Buch der Bibel. Er spricht zwar nicht ausdrücklich von der christlichen Hoffnung auf das ewige Leben, aber diese leuchtet für mich doch durch die Worte Claptons hindurch. Ewiges Leben bedeutet in der Bibel ja keineswegs, dass wir ewig leben würden. Ewiges Leben in der Bibel meint das Aufgehoben- und Für-immer-gehalten-Sein bei und durch Gott. Dorthin sind unsere Verstorbenen uns vorangegangen, dorthin werden auch wir einst gehen, wenn es Zeit ist. Doch noch müssen wir unseren Weg hier finden zwischen Tag und Nacht, weil wir wissen, wir gehören noch nicht in den Himmel.Ich wünsche Ihnen und mir, dass dieses wunderbare Lied uns zu Nachdenken bringt, dass es die biblischen Bilder aufleuchten lässt, damit wir alle von der Hoffnung der Bibel auf das ewige Leben ermutigt werden, auf unserem Weg voran zu gehen.Amen.- Lied noch einmal spielen –

Eric Clapton hatte als Komponist und Bluessänger die Möglichkeit, seinen Schmerz und die Trauer mit Hilfe der Musik auszudrücken und von diesem Leid fühlen sich jetzt auch viele Trauernde angesprochen. Über Tod, Sterben und Traurigsein wird heutzutage sehr wenig gesprochen und mit Kindern und Jugendlichen schon gar nicht. Das liegt daran, daß die Erwachsenen mit diesem Thema nicht so recht umgehen wollen oder können und die wenigsten Menschen, die Fähigkeit haben, durch Musikmachen ihre Trauer auszudrücken, wie unser Beispiel Eric Clapton.

I´ll be Missing You

Puff Daddy & Faith Evans

Englisch

(Puff)
Seems like yesterday we used to rock the show
I laced the track you love the flow
so far from hanging on a block of dough
Notorious they got to know that
life ain’t always what it seemed to be
words can’t express what you mean to me
even though you’re gone we´re still a team
through your family I’ll fulfil your dreams.

In the future can’t wait to see
if you open up the gates for me
remenice sometime
the night they took my friend
try to black it out but it plays again
wearin this grief it´s hard to conceal
can’t imagine all the pain I feel
give anything to hear half your breath
I know you´re still living a life after death.

Chorus. (Faith)

Every step I take,
Every move, I make,
Every single day
Every time I pray
I’ll be missing you.

Thinging of the day
When you went away
What a life to take
What I´m bound to break
I´ll be missing you.

(Puff)
It’s kind a hard wit you not around
Know you in heaven smilin’ down
Watchin’ us while we pray for you
Every day we pray for you
Till the day we meet again
In my heart is where I keep a friend
Memories give me the strength I need to proceed
Strength I need to believe.

Heart so big I just can’t define
Wish I could turn back the hands of time
Us in a six, sharp and new clothes and kicks
You and me takin flicks
Make a hit, stages they receive you on
Still can’t believe you’re gone
Give anything to hear half your breath
I know you still living your life after death.

Chorus. (Faith)

Every step I take
Every move I make
Ervery move I make
Every single day
Every time I pray
I´ll be missing you

Thinking of the day
When you went away
What a life to take
What I´m bond to break
I´ll be missing you

From that morning
When this life is over
I know I´ll see your face.

Every night I pray
Every step I take
Every move I make
Every single day

Every step I take
Every move I make
Every single day

Thinking of the day
When you went away
What a life to take
What aI´m bond to break
I´ll be missing you
Every night I pray.
I´ll be missing you

Deutsch

Übersetzung von Dominiks jüngerer Bruder

Matthias

Es erscheint mir wie gestern als wir die Show gerockt haben
Ich lass den Track raus du fängst den Flow ein
So weit davon entfernt im Block rumzuhängen
Notorious das sollten sie wissen
Das Leben ist nicht immer so wie Es scheint
Wörter können nicht beschreiben was du mit bedeutest
Und obwohl du weg bist
Sind wir immer noch ein Team
Durch deine Familie werde ich deine Träume erfüllen

In der Zukunft kann ich nicht erwarten zu sehen
Ob du die Türe für mich auf machst
Manchmal die Erinnerung
Die Nacht in der sie mir meinen Freund genommen haben
Versuche es auszublenden doch es spielt immer wieder
Wenn es sich schrecklich anfühlt ist es sehr schwer es zu verbergen
Unvorstellbar der ganze Schmerz den ich fühle
Würde alles geben um die Hälfte deines Atems zu hören
Ich weiß du lebst immer noch dein Leben, nach dem Tod

Refrain:
Jeden Schritt den ich mache
Jede Bewegung die ich mache
Jeder einzelne Tag
Jedes Mal wenn ich bete
Werde ich dich vermissen

Denke an den Tag
Als du weg gegangen bist
Was für ein Leben zu nehmen
Was für eine Verbindung die bricht
Werde ich dich vermissen

Es ist irgendwie hart ohne dich um mich herum
Weiß du bist im Himmel und lachst herunter
Beobachtest uns während wir für dich beten
Jeden Tag beten wir für dich
Bis zu dem Tag an dem wir uns wiedersehen
In meinem Herz ist wo ich die behalten werde, Freund
Erinnerungen geben mir die Kraft weiterzumachen
Stärke dich ich brauche um zu glauben
Meine Gedanken Big kann ich einfach nicht definieren
Wünsche ich könnte die Zeit zurückdrehen
Wir im Sexshop für neue Klamotten und Kicks
Du und ich Schläge einsteckend
Machen Hits, Bühnen auf die du gehörst
Kann immer noch nicht glauben das du weg bist
Gebe alles um die Hälfte deines Atems zu hören
Ich weiß du lebst dein Leben, nach dem Tod

Refrain
Jeden Schritt den ich mache
Jede Bewegung die ich mache
Jeder einzelne Tag
Jedes Mal wenn ich bete
Werde ich dich vermissen

Denke an den Tag
Als du weg gegangen bist
Was für ein Leben zu nehmen
Was für eine Verbindung die bricht
Werde ich dich vermissen

Eines schönen morgens
Wenn dieses Leben zu Ende ist
Weiß ich
Ich werde dein Gesicht sehen

4X
Jede Nacht die ich bete
Jeden Schritt den ich mache
Jede Bewegung dich ich mache
Jeden einzelnen Tag

Refrain
Jeden Schritt den ich mache
Jede Bewegung die ich mache
Jeder einzelne Tag
Jedes Mal wenn ich bete
Werde ich dich vermissen

Denke an den Tag
Als du weg gegangen bist
Was für ein Leben zu nehmen
Was für eine Verbindung die bricht
Werde ich dich vermissen

Hindergrundinformation zu diesem Lied

I’ll be missing you

Original: Police mit dem Titel “Every breath you take“Jahr: 1983

Cover: Puff DaddyJahr: 1997

Im Jahr 1983 brachte die Gruppe Police den von Sting geschriebenen Titel “Every breath you take” heraus. Der Titel wurde das erfolgreichste Stück der englischen Gruppe, obwohl er eine gewisse Eintönigkeit besitzt, die nur in der von Sting sehr emotional gestalteten Bridge durchbrochen wird.

Im März 1997 wurde in Los Angeles der Rapper Notorious B.I.G. in seinem Auto erschossen. Er saß auf dem Beifahrersitz seines Wagens, als die tödlichen Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto abgegeben wurden. Bis heute ist nicht ganz klar, ob diese Tat ein Racheakt für die Ermordung von Tupac Shakur war, der sechs Monate zuvor auf fast gleiche Weise umgekommen war. Beide waren Rivalen und repräsentierten die verfeindeten Gruppen der New Yorker East Coast Rapper und der West Coast Rapper aus Los Angeles. Notorious B.I.G., dessen richtiger Name Christopher Wallace war, stand für den East Coast Gangsta Rap.

Die beiden Morde waren der Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen und gleichzeitig Ausdruck der Gewaltbereitschaft, die die im Ghetto aufgewachsenen Gangsta Rapper mitbringen. Aus diesem Kreislauf der Gewalt, den die Kinder in den schwarzen Ghettos seit frühester Jugend mitbekommen, ist es sehr schwer auszubrechen. Als Aufforderung, aus dieser Spirale herauszukommen, ist die etwas pathetisch geratene Hymne von Coolio, “C U When You Get There” zu verstehen: Komm auf die andere Seite, ich treffe dich dann wenn du dort bist, see you when you get there.

Puff Daddys Stück “I’ll be missing you” ist ein musikalischer Nachruf an Notorious B.I.G., mit dem er eng befreundet war. Er nahm dafür “Every breath you take” als Grundlage. Puff Daddy spielte den Titel zusammen mit Notorious’ Witwe Faith Evans ein, die den Refrain singt. Puff Daddy selbst steuert die Rapteile bei. Während die Rappassagen nichts mit dem Originaltext zu tun haben, wurde im Refrain der ursprüngliche Text der Gruppe Police nur leicht geändert und angepasst:

Police:
Every breath you take, every move you makeEvery bond you break, every step you take, I’ll be watching youEvery single day, every word you sayEvery game you play, every night you stay, I’ll be watching you

Puff Daddy: Every step I take, every move I make Every single day, every time I pray — I’ll be missing you Thinking of the day, when you went away What a life to take, what a bond to break — I’ll be missing you

Dass auch Puff Daddy seine Herkunft aus den schwarzen Ghettos nicht verleugnen kann, zeigen die in letzter Zeit recht zahlreichen Vorfälle, bei denen er in Schießereien verwickelt war.

Leben Puff Daddy

Popsongs im Konfirmationsgottesdienst

Predigt am Konfirmationsgottesdienst, 28. 5. 2000; Text: Puff Daddy, Best Friend
Liebe Gemeinde, und vor allem: Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Bei der Vorstellungsrunde in unserem allerersten Konfirmandenunterricht haben die meisten von Euch auf die Frage nach der Lieblingsmusik „black music” gesagt. Jetzt in den Konfis-Charts, die im nächsten Orschel-Hagen-Brief veröffentlicht werden, wurde die Black Music zwar von Zlatko und An-ton aus Tirol auf die hinteren Plätze verdrängt. Aber ich werde jetzt trotz-dem nicht über Zlatko predigen, sondern ich habe ein Stück Black Music ausgesucht. Nicht von irgendwem sondern von Puff Daddy, dem „Godfather of Black Music”. Und nicht irgendeines, sondern einen Titel über den es sich lohnt nachzudenken – wie ich finde -. Unser heutiger Predigttext ist in deutscher Übersetzung auf dem Gottesdienstblatt abgedruckt, hören wir ihn uns jetzt im Original an: Puff Daddy feat. Mario Winans mit dem Titel „Best Friend”.
< Musikeinspielung >

„Danke Jesus, du hörst mich immer, wenn ich rufe. Fängst mich immer, wenn ich falle. Ich gebe dir alles hin. Ich will, dass die ganze Welt sieht, dass du es schon immer gewesen bist und immer sein wirst: Mein bester Freund. Ich liebe dich Jesus. Danke. Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern. Danke.”

Solche Worte hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet von Puff Daddy. In die Schlagzeilen kam er vor allem durch Aktionen, die ihn als toughen „Gangsta-Rapper” erscheinen ließen: Prügeleien, Schießereien, Beste-chungen. Am 15. April vor einem Jahr zum Beispiel verlor er die Beherr-schung und prügelte den Plattenmanager Steve Stoute krankenhausreif.
Stoute hatte ein Musikvideo in MTV senden lassen, in dem Puff Daddy mit Dornenkrone an einem Kreuz hängt, obwohl er ihn gebeten hatte, die Stelle rauszuschneiden.

Ende letzten Jahres wurde er schon wieder verhaftet. Angeblich soll er in einem New Yorker Nachtclub, den er mit Jennifer Lopez besuchte, eine Schießerei angezettelt haben und geflohen sein. Er behauptet allerdings, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Und inzwischen gibt es offenbar auch Zeugen, die das bestätigen wollen.

Wer ist Puff Daddy nun wirklich?

Mit bürgerlichem Namen heißt er Sean John Combs und wurde 1970 in New York geboren. Im Alter von 3 Jahren verlor er seinen Vater, der im Central Park erschossen wurde. Der kleine Sean wuchs mit einer Schwes-ter zusammen bei seiner Mutter auf. Er sagt selbst über diese Zeit: „Wenn ich an meine Kindheit denke, so sehe ich oft meine Mutter im Wohnzimmer bei Gospelmusik bügeln. Währenddessen ging ich ins Schlaf-zimmer, um vor dem Spiegel zu den Liedern meiner Idole James Brown, Sugar Hill Gang und Run DMC zu tanzen. Ich wollte schon immer ein En-tertainer werden, wie sie.”

Schon als Kind hatte er seine ersten Auftritte, und während seiner High-school-Zeit arbeitete er als Promoter für HipHop-Shows. Mit 18 arbeitet er neben dem College als DJ, knapp ein halbes Jahr später übernimmt er schon erste Producer-Jobs. 1993 macht er sich selbständig und gründet seine eigene Plattenfirma „Bad Boy Entertainment”, ein Label, das auf die Entdeckung neuer Künstler ausgelegt ist. Den ersten Plattenvertrag erhält Christopher Wallace, der unter dem Künstlernamen „Notorious B.I.G” be-rühmt wird.

1997 beginnt Puff Daddy damit, sein erstes eigenes Album aufzunehmen. Inzwischen hat er so gut wie jeden produziert, der in der Hip-Hop-Szene angesagt ist. Er besitzt ein eigenes Restaurant, eine Mode-Marke, ist Multi-Millionär und steht in der Liste der 500 erfolgreichsten Menschen Amerikas.

Das ist die eine Seite seines Lebens. Doch es gibt auch eine andere: Am 9. März 1997 wird sein Partner und bester Freund Notorious B.I.G. erschos-sen. Puff Daddy war am Boden zerstört. Er beschreibt sich selbst in dieser Zeit als wandelnden Körper, in dem keine Seele ist. Einfach nur Leere in ihm und um ihn. „Ich war zu nichts fähig. Mein Kopf war leer, ich habe den ganzen Tag nur im Bett gelegen und geweint”, sagt er in einem Interview. Die Single „I´ll Be Missing You”, die er zu diesem traurigen Anlaß zusam-men mit Christopher’s Witwe Faith Evans aufnimmt, verkauft weltweit 39-fach Platin. Es ist der Hit des Sommer `97, doch Puff Daddy kann sich nicht darüber freuen. Er kann den Erfolg nicht genießen und schottet sich total im Studio ab. Geplante Konzerte sagt er ab, um hinter den Kulissen, abseits von Medientrubel und Rampenlicht, über den Verlust seines Freundes hin-wegzukommen.

Im Intro seiner aktuellen CD „Forever” beschreibt er diese Zeit in Form ei-nes biblischen Psalms. Und in „Best Friend” heißt es:
„Es ist jetzt zweieinhalb Jahre her, dass mein Kumpel Big gestorben ist.
Zweieinhalb Jahre, seit meine Welt zusammenbrach.
Ich brauchte Hilfe. Gott gab mir Kraft. Gab mir die Stärke, meiner dunkel-sten Stunde ins Auge zu sehen.”

„Best Friend” ist seine Hommage an einen Freund, allerdings nicht an Noto-rious B.I.G., wie noch „I’ll be missing you”. Hier geht es nicht um eine ge-wöhnliche Freundschaft. Er singt über seine Beziehung zu Gott:

„Ich hab’ in meinem Leben viel geseh’n,
Viele Höhen und Tiefen durchschritten,
Viele Fehler gemacht.
Egal was war, Du bist schon immer an meiner Seite.
Du bist schon immer mein bester Freund.”
Er erzählt von seinem Glauben, der ihn auch in schweren Stunden trug, in denen seine Welt zusammenbrach. Nicht weil er selbst so perfekt oder er-folgreich wäre, sondern weil Gott ihn trägt und festhält:
„Herr, Du bedeutest die Welt für mich.
Bevor ich geboren wurde, hast Du mich erwählt.
Du hörst mich immer, wenn ich rufe.
Du fängst mich sogar auf, wenn ich falle.
Du bist mir am nächsten.”

Und er erinnert an den Grund seines Glaubens, an den Grund unseres christlichen Glaubens, daran, dass Jesus für uns gestorben ist:
„Könnte ihr nicht sehen, dass er die Liebe für Euch ausgebreitet hat,
Blut für Euch vergossen hat, für Euch weinte und gestorben ist für euch.”
Was mir vor allem auffällt: Wie selbstverständlich das Thema Glauben in diesem Stück vorkommt, auch sonst auf dieser Platte Platz hat, in den Lie-dern wie auch im Booklet, in dem Puff Daddy auf kaum einem Foto ohne seine unübersehbaren Kreuzketten zu sehen ist. Und das ist nicht nur Staf-fage für die CD. Auf seinem linken Arm hat er einen Vers aus Psalm 23 in die Haut tätowiert: „und ob ich schon wanderte im finsteren Tal…”. Die Danksagungen auf der CD beginnen mit „einem besonderen Dank an Gott, den Allmächtigen, meinen Vater, meinen Freund”. Auch bei vielen anderen, vor allem afro-amerikanischen Künstlern oder Sportlern fällt mir diese Art auf, ihren Glauben zum Ausdruck zu bringen. Eine Art, die mir zwar manchmal fremd ist, die mich aber doch auch fasziniert und mich heraus-fordert, über meinen eigenen Glauben nachzudenken.

Lassen wir noch einmal Puff Daddy selbst zu Wort kommen:
„Der Song handelt von meiner Beziehung zu Jesus Christus. Ich erzähle aus einem sehr persönlichen Blickwinkel, wie mich Gott auf jeder Station meines Lebens begleitet hat. Er war immer in meiner Nähe – auch in Zeiten, in denen niemand auf Erden mit mir etwas zu tun haben wollte. Deshalb ist Gott mein bester Freund. Ich gehe jeden Sonntag in die Kirche. Ich spreche mit ihm, wenn ich die Straßen hinunterlaufe, ich bete zu ihm jede Nacht. Ich bin dankbar und demütig für all die Möglichkeiten, die er mir in meinem Le-ben bereits gewährt hat. Selbstverständlich findet sich dies auch auf dem Album wieder. Wenn die guten wie bösen Seiten meiner Persönlichkeit zur Sprache kommen, darf natürlich auch mein Glaube nicht fehlen.” Puff Dad-dy meint, dass 90 Prozent der Textzeilen dieser CD Begebenheiten schil-dern, die er in den letzten Jahren tatsächlich so erlebt habe. Und da könne er eben auch seine täglichen Gotteserfahrungen nicht ausklammern. Mit „Best Friend” betritt er Neuland, denn religiöse Texte gehören nicht gerade zum Standardrepertoire des Rap: „In den meisten Rap-Songs geht es um ein sehr kleines Spektrum von Themen.” meint Puff Daddy, „Ich dagegen bringe alles zur Sprache: Party, Sex, Gewalt, Frieden, meine kindlichen Seiten, meine leisen Gefühle – aber auch meine ganz spezielle Beziehung zu Gott. In diesem Zusammenhang ist das neue Album sogar ein echtes Wagnis, denn es wird viele Leute geben, die das nicht hören wollen. Oder Radio-Redakteure, die auf ihrem Sender keine Songs spielen, in deren Texten es um Gott geht. Ich habe keine Ahnung, warum ich der erste bin, der dieses Thema so offen anspricht. Immerhin sind die meisten Rap-Künstler jenseits von Bühne und Medien – wenn man sie ganz privat trifft – zutiefst gläubige Menschen. Ich hoffe nun, auch für Rap-Texte, die sich mit Glauben und Gott beschäftigen, eine Tür zu öffnen.”

Manches von dem, was Puff Daddy hier beschreibt, hat mit uns wenig zu tun. Platin-Rollex-Uhren, Mercedes 600er werden nicht zu Euren Konfirma-tionsgeschenken gehören. Bewaffnete Raubüberfälle und Morde gehören zum Glück auch nicht zu unserem Alltag. Aber ich finde es trotzdem ein-drücklich zu sehen, wie er seinen Glauben in seinem Leben umsetzt. Und es gibt dann doch erstaunliche Parallelen. Er hat „Daddy’s House Social Programs” gegründet, eine Einrichtung, die sich um Straßenkinder und Waisenkinder kümmert. Und Ihr habt auch beschlossen, dass Eure Konfir-mandengabe einem Projekt für Straßenkinder zugute kommen soll.

Für Puff Daddy jedenfalls ist klar, dass seine ganzen Erfolge, sein Reich-tum und seine Macht nicht entscheidend sind. Der eigentliche Star ist für ihn Gott. Er selbst ist nur ein Mensch mit den ganz normalen menschlichen Fehlern und Schwächen. Vielleicht ist für ihn sogar die Versuchung größer sie auszuleben. Darum schließt er auch mit Worten, die ihn mit allen Chris-ten der ganzen Welt auf eine Stufe stellen: Mit den Worten aus dem Vater-unser: Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern.

Das ist ein Zeichen wahrer Freundschaft: Dass ich jederzeit um Vergebung bitten kann und weiß, dass mir verziehen wird.

„Best Friend” von Puff Daddy ist für mich eines der schönsten christlichen Lieder der letzten Zeit. Zum Singen eignet es sich allerdings weniger. Des-halb wollen wir jetzt ein Lied aus unserem Gesangbuch singen, das ähnli-ches ausdrückt und im Original auch aus dem Englischen stammt: „What A Friend We Have In Jesus”, Welch ein Freund ist unser Jesus. Amen.

Es gilt das gesprochene Wort.

Hier werde ich immer wieder mal ein neues Lied über den Verlust eines geliebten Menschen aufnehmen

Angelika

Ohne dich

musik: deangelo/alexs white
text: deangelo/alexs white

Manchmal kann ich den lieben Gott nicht verstehn,
er lässt den, den du liebst einfach gehn.
Ich frag mich, warum hat er dich auserwählt,
wo er doch weiß, wie sehr mich das quält.

Du bist nicht mehr hier
Und ich sehn mich nach dir.

Manchmal schlaf ich nicht ein weil mein Herz nach dir schreit
Und ich spür dich noch immer bei mir.
Doch was fang ich nur an mit dem Rest meiner Zeit
ohne dich.

Das Leben zieht einfach an mir vorbei,
ein Leben bestimmt für uns zwei.
Zerbrochene Träume aus Bildern von dir,
geht das nie mehr vorbei.

Manchmal schlaf ich nicht ein weil mein Herz nach dir schreit
und ich spür dich noch immer bei mir.
Doch was fang ich nur an mit dem Rest meiner Zeit
ohne dich.

Ich weiß nicht, wie soll ich’s beschreiben
wie sehr dieser Schmerz mich zerbricht.
Was soll ich tun, wohin soll ich gehen,
die Zeit blieb mit dir stehn.
Und ich spür dich noch immer bei mir.

Aus dem Album “Nino” (2005)